Warum ich Katholik bin.

Das vorige Woche in Gastronews veröffentlichte Interview mit Marco Locatin hatte – mehr als alle vorherigen Presseberichte, in denen erwähnt wurde, dass ich praktizierender Katholik bin – zur Folge, dass ich etliche darob sich höchst erstaunt zeigende, wenn nicht sogar vorwurfsvolle oder gar sich ein bissl lustig machende Nachrichten bekommen habe. Ich könnte jetzt einem der beiden so schönen Motti “everybody`s darling is everybody`s fool” oder “never complain, never explain” folgen, andererseits ist’s ja auch eine gute Gelegenheit, sich für etwas, was einem nicht wenig am Herzen liegt, doch auch zu erklären. Also:

1) Erst wenn mir jemand eine plausible Antwort auf zwei Fragen geben kann, bin ich vielleicht in der Lage, auch ohne den Glauben an eine höhere Macht, auch Gott genannt, eventuell auskommen zu können. Erstens – was war vor dem Urknall? Zweitens – wo kommt die Liebe her? Kein Wissenschaftler hat bisher auf eine dieser beiden Fragen eine plausible Antwort, außer einer Vielzahl von Theorien, geben können, jedenfalls meines Wissens nach.

2) Zur Manifestation dieses Glaubens an eine höhere Macht (in Folge der Einfachheit halber Gott genannt), ebenso wie zur generellen Lebenserleichterung, Reduktion der Angst vor dem eigenen Tod und zur Erklärung von Unerklärlichem hat sich das Menschentum über die Jahrhunderte einige Religionen gefunden, im Wesentlichen das Christentum, das Judentum, den Islam (dass diese drei monotheistischen Religionen den gleichen Ursprung haben ist ja by the way auch recht erleuchtend), den Buddhismus und den Hinduismus (ja, ich weiß, das ist jetzt sehr simplifiziert, aber grosso modo haut das so schon hin, mehr als 95% aller Gläubigen sind hier erfasst).

3) Der Islam ist mir zu wenig strukturiert, der Koran kann einfach zu unterschiedlich interpretiert werden und es gibt keine oberste Instanz (wie zB einen Papst), die eine finale Entscheidung über richtig oder falsch trifft. Für das Judentum habe ich nicht die richtige Mutter. Als monotheistische Religion bleibt somit – noch dazu für einen in unserem Kulturkreis Aufgewachsenen – das Christentum als naheliegendste Alternative, wenn man seinen Gottesglauben ausleben möchte.

4) Kurzer Exkurs – in vielen Gesprächen zu diesem Thema höre ich immer wieder, “ja eh, ich glaub’ auch an einen Gott (oder Göttin, haha) und Kirchen haben schon eine super Stimmung, ja schon, aber weißt Du, ich mach mir so meine eigene Religion, meine Kirche ist der Wald und dort meditiere ich dann ab und zu ein bissl und das ist in Wirklichkeit dann eh fast das Gleiche.” Das ist sicher auch wunderbar, aber halt nicht das gleiche, weil eben keine Religion, die per definitionem “ein meist von einer größeren Gemeinschaft angenommener bestimmter, durch Satzungen und Lehre festgelegter Glaube und sein Bekenntnis.” ist, sondern nicht mehr als ein persönliches Entspannungsprogramm. Aber alles, was nach bestimmten Spielregeln von vielen Menschen in gleicher Art und Weise regelmäßig ausgeübt wird, entwickelt automatisch mehr Kraft und Wirkung. Der Besuch der Sonntagsmesse bekommt zB mit jedem Mal ein bissl mehr Intensität. Auch darum kommt für mich – zum Ausleben meines Glaubens – nur eine der großen Religionen in Frage. Abgesehen davon, dass ich halt in einem katholischen Umfeld groß geworden bin, als Kind Ministrant war, eine Tante Klosterfrau im Sacre Coeur, dort auch maturiert habe und einer meiner Vornamen Maria ist. Die katholische Kirche ist mir von Geburt an tief vertraut, was die Sache nicht unwesentlich erleichtert.

5) Prinzipiell werden nach meinem Dafürhalten die drei Begriffe GlaubeReligion und Kirche recht leicht durcheinandergebracht. Meine persönliche, keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erhebende Definition ist simpel: Vom Glauben rede ich dann, wenn es um die Frage geht, ob ich daran glaube, dass es eine höheren Macht gibt, die weiß, was vor dem Urknall war und die die Liebe erfunden hat. Die maßgeblichen Religionen dazu habe ich schon aufgezählt. Meine Kirche ist dann diejenige Ausprägung einer Religion, für die ich mich entscheide.

6) Meine Wahl, was die Religion betrifft, fiel also aufs Christentum und meine Wahl, was die Kirche betrifft, auf katholisch statt evangelisch oder eine andere der christlichen Kirchengemeinschaften. Mir – bitte zu bedenken, das sind alles höchst subjektive und persönliche Statements und ich möchte niemandem auch nur irgendwie nahetreten – sind die Protestanten einfach zu schlicht und freudlos, die geringere Bedeutung der barmherzigen Vergebung von Sünden noch zu Lebzeiten, das ambivalente Verhältnis zu Freude, Lust und Unterhaltung und auch die sich daraus ergebende Schmucklosigkeit der Kirchen, Riten und Feiern ist für mich lebensfremd und wenig anziehend. Auch Maria als Mutter Gottes und größte Fürsprecherin hat nur einen recht geringen Stellenwert. Es ist meines Erachtens ja auch ein Missverständnis, wegen des Frauenpriestertum und der Möglichkeit zu Verheiratung von Priestern die Protestanten für viel weltoffener und liberaler als die Katholiken zu halten. In der gelebten Praxis erlebe ich bei – sogar strengen – Katholiken sehr viel Hinwendung zu den Freuden des Lebens und der Grundhaltung, dass ein freudvolles Leben ganz besonders gottgefällig sei. Die Protestanten machen hingegen den Eindruck immer ein bissl ein schlechtes Gewissen zu haben, oft dann auch mit erhobenem Zeigefinger, wenn sie etwas hauptsächlich zu ihrem Vergnügen tun, für uns Katholiken ist das voll ok.

7) Die Grundpfeiler unseres Glaubens und unseres Wertesystems sind die drei Göttlichen Tugenden, GlaubeLiebe und Hoffnung. Und hier ist definitiv nicht nur der Glaube an Gott gemeint, sondern der tiefe Glaube daran, dass es in der Macht des Menschen liegt, der ja von Gott einen freien Willen bekommen hat, Gutes zu tun und die Dinge immer zum Besseren zu wenden. Dann die tiefe Hoffnung darauf, dass es ihm auch gelingt. Und das tiefe Wissen darum, dass dies nur mit der Macht der Liebe gelingen kann, der Liebe zu seinem Nächsten und der gesamten Schöpfung, jeden Mitmenschen und die ganze Natur eingeschlossen. Hier rate ich dazu, sich einen kurzen Ausschnitt eines Interviews mit dem deutschen Kardinal Marx anzuhören, das er auch zum Thema „jeder ist ein Kind Gottes“ 2015 beim Beginn der Flüchtlingskrise gegeben hat. https://www.katholisch.de/…/16086-jeder-mensch-ist-ebenbild…

8) So geht in der gelebten Realität die katholische Kirche alleine schon wegen der zentralen Bedeutung ihrer Sakramente viel entspannter, toleranter und barmherziger mit uns Menschen um. Wir Katholiken müssen nicht aufs Jüngste Gericht warten, wo unsere guten Taten auf die eine und die schlechten Taten auf die andre Seite der Waagschale gelegt werden, und wir dann, ujeuje, auch in das Fegefeuer und die Hölle kommen könnten, wenn wir halt einmal zu oft was Schlimmes getan haben. Wir haben die wunderbare Möglichkeit, uns bei den Sakramenten Heilige Messe (Eucharistie) und Beichte, zwei der zentralen sieben Sakramente, sozusagen wieder zu rebooten und es – ganz und gar gereinigt von allem bisherigen Scheitern – voll frischem Mut aufs neue zu versuchen. Die erstaunlichste Antwort zum Thema Hölle bekam ich einmal von einem katholischen Priester „Ja, klar gibt`s die Hölle. Sie ist nur leer.“ Und nur ein katholischer Priester kann übrigens auf die Frage, ob man während des Betens rauchen darf, sagen: „Selbstverständlich nicht. Aber Du kannst sehr gerne während des Rauchens beten.“ Denn die katholische Kirche hat – nicht zuletzt aufgrund ihre Alters – mittlerweile auch schon alles missionarische weit hinter sich gelassen und lässt nicht nur den Glauben an andere Religionen selbstverständlich zu, sondern hütet sich auch davor, proaktive Überzeugungsarbeit leisten zu wollen, auch Dank des Erfolgs der Säkularisierung. Wir lassen alle mit und in ihrem oder auch ohne Glauben in Ruhe. Aber wie schwer ist es, eine christliche Kirche in einem muslimischen Land zu finden. 

9) Ich möchte gerne auch versuchen, eines der großen Missverständnisse aufzuklären, was die Beichte betrifft. So oft hört man „jaja, ihr Katholiken macht es Euch leicht, zuerst sündigt ihr hemmungslos und dann beichtets ihr`s gschwind, betet als Buße ein Vaterunser und schon seid Ihr alle Sünden los.“ Dabei wird aber vergessen, dass die Beichte ja nicht vor dem Priester, sondern vor Gott selbst stattfindet, der ganz genau weiß, ob wir unsere Fehler auch wirklich alle ohne Ausnahme vor ihn bringen und sie auch bereuen. Der die Beichte entgegennehmende Priester ist hier nur ein Mittler zu Gott und die von ihm erteilte Absolution ist schlicht und einfach ungültig, wenn wir ihm ein Schmähgschichtl erzählt haben, zum Beispiel weil uns die ganze volle Wahrheit einfach unangenehm war. Als die Beichte regelmäßig und seit vielen Jahren immer beim selben Priester Ablegender kann ich außerdem noch berichten, wie erleichternd und hilfreich es ist, sich regelmäßig konzentriert mit sich selber und auch all dem, was einem misslungen und auch gelungen ist, zu beschäftigen. Und wie wunderbar es ist, darauf ein Feedback eines Dritten zu bekommen, dem man blind vertrauen kann, nicht nur aufgrund des Beichtgeheimnisses, sondern auch darum, weil er viel besser als man selber über das theoretische Konzept von richtig und falsch eben im Sinne von Glaube, Liebe, Hoffnung Bescheid weiß.

10) Und hier liegt auch meine – persönliche und zugegebenermaßen recht egoistische – Begründung, warum ich ein Befürworter der Ehelosigkeit von Priestern bin. Ich will in meinem Beichtgespräch gar kein Gegenüber haben, der sich im gleichen Lebenssystem wie ich aufhält, und fast schon gezwungenermaßen das ihm in der Beichte Anvertraute mit seinen eigenen Erfahrungen und seinem eigenen Leben vergleicht. Ich will den Blick von außen, den Blick dessen, der nicht wie ich selber im Wald steht und nur den Baumstamm vor seiner Nase sieht, sondern der vom Hügel außerhalb des Waldes den Wald in seiner Gesamtheit sieht, erkennt, welche Bäume eventuell vom Borkenkäfer befallen sind, wo noch ein Sturmschaden zu beheben ist und wo man einen Jungwald anpflanzen sollte.

11) Auch den regelmässigen Gang in die Sonntagsmesse sollte man sich bemühen, losgelöst von allen eventuellen Kindertraumata oder von Bigotterie zu sehen. Was für ein unglaubliches Angebot hier die Kirche gratis zur Verfügung stellt, auf der ganzen Welt, an jedem Sonntag, ohne Zugangsbeschränkungen und ohne dafür Eintritt zu verlangen. Ich habe mir überall auf der Welt, sei es in der Mongolei, im thailändischen Urwald oder in der kanadischen Steppe immer eine katholische Kirche gefunden, in der ich die Sonntagsmesse besuchen, dem überall gleichen und darum wohlvertrauten Ritus folgen, eine Stunde innehalten und mein Leben sortieren und zu mir selber finden konnte. Abgesehen davon, dass die jeweilige Sonntagslesung geradezu absurd oft mit einer eigenen aktuellen Sorge zu tun hat und eine gute Predigt (ich empfehle hier die Sonntagsmesse um 18.00 Uhr im Stephansdom mit und bei Toni Faber) einen immer wieder auf großartige Ideen bringt, ist die ganze Zeremonie der Eucharistie, also des Zaubers der Verwandlung eines Schluckes Weins und eines Stückl Brots in das Blut und den Leib Jesu Christi von einer im wahrsten Sinne des Wortes unglaublichen Spiritualität. Und wir komischen Katholen glauben nun ja tatsächlich daran, dass es nach der vom Priester ausgesprochenen Zauberformel „Dies ist mein Leib …“ sich wirklich physisch um den Leib Jesu Christi handelt, den wir dann eigentlich kannibalisch verzehren, um an dem Erbarmen und der Erlösung des Sohnes Gottes teilhaben zu können. Was für eine ungeheure Anmaßung eigentlich, von rational denkenden Menschen zu verlangen, an ein solches Zauberwerk zu glauben. Aber mein Vater pflegte zu sagen „Glauben heißt nicht wissen“ und gerade in Zeiten, wo alles von Logik und rationaler Berechnung dominiert ist (natürlich auch mein eigenes Leben) ist es einfach auch eine große Erleichterung, an die Wandlung eines Stück Brotes in den Leib Jesu Christi zu glauben. Einfach nur darum, weil man es glauben will. So halt. Weil es einen erleichtert. Letzten Sonntag war – in ganz anderem Zusammenhang – das Schlusswort des zelebrierenden Priesters der schöne Satz, er wünsche uns in der kommenden Woche „die Widerstandskraft, sich von der Logik der Zwänge nicht fangen zu lassen.“ Das passt übrigens auch wunderbar zu einem meiner anderen, auch im Berufsleben praktizierten Prinzipien „wenn eine Idee am Anfang nicht absurd erscheint taugt sie nichts.“

12) Und dann, last but not least, alle diese wunderbaren Bau- und Kunstwerke, die über die Jahrhunderte im Namen und Auftrag der Kirche erschaffen wurden und von ihr instand gehalten werden. Und die Musik! Die Musik, die uns in und außerhalb von Messen begegnet. Das Lacrimosa in Mozarts Requiem. Die Messen von Verdi und Brahms! Die ganze Deutsche Messe von Schubert, tausendmal gehört und immer wieder zu Tränen rührend, mit dem wunderbaren so freudvollen „Herr, Du hast mein Fleh`n vernommen.“ zum Schluss. Wunderschöne Marienlieder wie „Glorwürdge Königin“ oder „Segne Du Maria“. Und dann immer wieder unerwartete Entdeckungen, wie das „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Johann Sebastian Bach. Wo man dann abgesehen von der unglaublich schönen Melodie plötzlich so lebensbejahende und mit Gottesfurcht gar nix zu tun habende superpragmatische Strophen wie „Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh` und Ach, was hilft es, dass wir alle Morgen, beklagen unser Ungemach, wir machen unser Weh und Leid, nur größer durch die Traurigkeit“ finden. Oder im gleichen Lied, fast schon radikalkommunistisch: „Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich, Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhen, bald stürzen kann“. Und wie oft hat wohl schon der wunderbare Text des Psalms 23 „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen …. und muss ich auch wandeln im finsteren Tal, ich fürchte kein Unglück, denn Du bist bei mir“ in Augenblicken großen Kummers und großer Not wirklich geholfen …

13) Natürlich diente all diese kunstvolle Prachtentfaltung dem sehr profanen Zweck der Machtgewinnung, -erhaltung und -demonstration, aber man kann und muss der katholischen Kirche auch zugestehen, dass sie in einem im Vergleich zu den zwei Jahrtausenden, die es sie schon gibt, erstaunlichen Tempo momentan sehr rasch dazulernt. Nicht nur, was den Umgang mit dem eigenen Reichtum angeht (die Welt wäre sowieso ohne die von der katholischen Kirche ins Leben gerufenen und mitfinanzierten Einrichtungen wie der Caritas oder den vielen anderen sozialen, allen Menschen, egal woran sie glauben, zu Gute kommenden Aktivitäten, zB von den Jesuiten oder den Franziskanern, eine schlechtere), sondern auch, was den Umgang mit den von ihren Repräsentanten begangenen schrecklichen Verfehlungen betrifft.

14) Es ist müßig, auch nur ein Wort der Rechtfertigung oder Entschuldigung für all die grauenhaften Mißbrauchsfälle verlieren zu wollen, die unter dem Dach der Kirche begangen worden sind. Nur wurden diese Verbrechen eben nicht von Gottesglauben, Religion oder Kirchen selbst begangen, sondern leider von Menschen im Dienst ihrer Kirche. Menschen, die eben von Gott mit einem freien Willen ausgestattet worden sind, der sie frei entscheiden lässt, ob sie Gutes oder Böses tun. Für sein eigenes Tun und Lassen ist aber jeder Mensch für sich selbst verantwortlich, selbstverständlich auch diejenigen, die versuchen, solche Verbrechen zu vertuschen. Darüber muss man offen reden und alle zu Recht Beschuldigten ihrer gerechten Strafe zuführen, darf aber meiner Meinung nach nicht den Fehler machen, von dem einen auf alle anderen zu schließen. Momentan besteht auf jeden Fall der berechtigte Eindruck, dass die katholische Kirche mit großem Willen und immer größerer Transparenz versucht, alle die von Menschen in ihrem Dienst begangenen Untaten ans Licht zu bringen.

15) Mir sind viele ganz großartige Priester und Ordensleute bekannt, die mit einer unglaublich offenen und natürlich oft selbstquälerischen Art und Weise auch mit all diesen Problemen der Kirche umgehen. Und die mit großem Mut und einer ganz erstaunlichen Freude an kontroversiellen Statements die zentrale Botschaft von Glaube, Liebe, Hoffnung verkünden. Dass am Welt Aids Tag 2017 und gerade im Jahr der türkis-blauen Regierungsbildung Kardinal Schönborn, der doch recht konservative Malteser Ritterorden und Gery Keszlers Verein Life Aid gemeinsam in den Stephansdom, der Metropolitankirche unseres Landes, zu einem Gedenkgottesdienst laden (der Kardinal mit dem Red Ribbon Band am Revers und darüber predigend, dass „Jesus kam, um zu retten und nicht, um zu richten“) war ein ganz außergewöhnliches Statement für Toleranz, Nächstenliebe und Weltzugewandtheit. Eine Veranstaltung, die sich seitdem übrigens, im Jahr 2018 mit einer sehr mutigen Aufführung von Philipp Hochmairs „Jedermann reloaded“, jedes Jahr im Dom zum Welt Aids Tag wiederholt. Über den aktuellen Papst eine Lobeshymne anzustimmen hieße Eulen nach Athen tragen. Die katholische Kirche bewegt sich momentan in einem für ihre Verhältnisse erstaunlichen Tempo in die richtige Richtung; – dies sollten ihr auch die größten Kritiker der Fairness halber zugestehen.

16) Final: Der „Jedermann“ wurde schon kurz zitiert und ich möchte abschließend an seine Kernbotschaft erinnern – die der Barmherzigkeit Gottes – es reicht ein nur einmal tief empfundenes leise ausgesprochenes oder auch nur laut gedachtes „Ich glaube“ und man kann sich der Aufnahme ins Himmelreich sicher sein. Hier braucht es nicht einmal einen rationalen Gottesbeweis wie die berühmte „Pascalsche Wette“, um dieses wunderbare Angebot der Freude und Erlösung anzunehmen. Man muss halt nur glauben wollen …